Palais idéal

Jurybegründung zum Tanz und Theaterpreis des Landes Badenwürtemberg

In „Palais Idéal“ arbeiten die Choreografin Anne-Mareike Hess und die Regisseurin M. Heinrich Horwitz gemeinsam und in beeindruckender Radikalität an dem Phänomen der Entgrenzung. Die Jury würdigt ein Experiment, in dem sich die Performerinnen mit dem Körper und dem Theater als bisweilen nebulöse Umgebungen auseinandersetzen. Menschen, Objekte, der Theaterraum, Licht und Geräusche – sie alle werden in einem kontinuierlichen Prozess rhythmisch miteinander in Berührung gebracht und in Beziehung gesetzt – womit sich das Stück in der Nähe aktueller Diskurse zu Objekt-Mensch und Mensch-Umwelt-Beziehungen bewegt. Trotz dieser Ernsthaftigkeit entwickeln die Performerinnen bisweilen witzige Situationen, die dem Publikum neue Blicke auf Körper und Theaterräume ermöglichen. Blicke, die nicht so sehr auf das Spektakel zielen, sondern in der gemeinsamen Suche nach Grenzen und Auflösungserscheinungen gängige Formen des Zusammenkommens im Theater herausfordern und bereichern.

 

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