Choreography/Stage Directing

2021 → upcoming

Roses for my Funeral

„That afternoon my mother had brought me the roses.
"Save them for my funeral," I'd said.“ Sylvia Plath, „The bell jar“

Ein Abend mit dem Decoder Ensemble und der Schauspielerin Elena Nyffeler über den Tod, über das Sterben und Verschwinden, über Krankheit und Schmerz, über Verlust, Trauer und Zorn. Zwischen Todessehnsucht und Todesfurcht. Wut. Mut. Kampf. Resignation. Akzeptanz und Dankbarkeit. Aber nicht nur dunkel und düster wird der Abend sein, sondern auch licht, bizarr und unvorhersehbar. Momente von Trost und Trotz werden aufgespürt, Hoffnung, die Kraft von Liebe und Empathie. Letztlich ist der Versuch über den Tod der Versuch über das Leben.

„I meant to write about death, only life came breaking in as usual“ Virginia Woolf, Tagebuch


2020

Glauben Sie unbedingt, dass ich eine Amazone bin

Kriegerinnen, Königinnen, Reiterinnen, Brustlose – wofür steht die Amazone, welche Mythen, Bilder und Geschichten ranken sich um sie? Mit den Mitteln Video, Sound, Licht und Choreographie nähern sich Heinrich Horwitz und Rosa Wernecke der Figur der Amazone und befragen sie auf ihre queer-feministische Aktualität. Während ihrer Residenz im bauhaus reuse werden Bogenschießen, Reiterinnenkampf und Einbrüstigkeit in einer künstlerischen Recherche in gegenwärtige Kontexte des feministischen Kampfes gebracht. Es entstehen Videoskizzen, choreographische Settings und der Gründungsmythos einer Band.

Kriegerinnen, Königinnen, Reiterinnen, Brustlose - Urban Amazone ist eine erste choreografische Skizze der Künstler*innen Heinrich Horwitz und Rosa Wernecke. Entstanden während der Residenz im Bauhau Reuse Berlin im Juni 2020


Konzept + Choreografie + Video: Heinrich Horwitz + Rosa Wernecke
Kostüm: Magdalena Emmerig
RIP IT OFF Team (R.I.O.T.) sind Rosa Wernecke, Katharina Pelosi und Heinrich Horwitz
Pferd: Fernando
Mit bestem Dank an: Francis Wernecke, Kirsten Betzing + Fernando, Sofie Luckhardt

The Appearance:

Urban Amazone:

Bloodline:


Genesis

Genesis ist ein virtuelles Real-Life Computerspiel. Es ist ein Experiment, in dem über eine Woche das Publikum online dabei mitwirken kann ihren eigenen Vorstellungen entsprechend einen realen Ort, eine echte Gemeinschaft, eine physische Welt zu erschaffen. Teilnehmende können sich weltweit umsonst über die Website einloggen und über ein Audio-Video-Interface eine menschliche Avatar steuern.

Genesis ist eine soziale Simulation und vereint darin Ideologie und Kritik. In einem maximal freien Setting wird durch virtuelle Kommunikation gemeinsam ein Raum geformt und dessen sozialen Komponenten gestaltet. Ausgehend von einem leeren virtuellen Raum in einer Industriehalle und einem verfügbaren Materialkontingent wird das Setting über sieben Tage kontinuierlich weiterentwickelt. Das Publikum ist dazu eingeladen diesen Prozess nach eigenen Vorstellungen mit zu gestalten. Es kann aus der Distanz (international über jeden Browser) anleiten oder per Videoübertragung zu jedem Zeitpunkt das Geschehen mitverfolgen. Jedes Mitwirken hinterlässt eine Spur - und die Summe dieser Änderungen und Interaktionen werden die Gesamtheit der Arbeit ausmachen. Diese zeichnet sich ebenso durch die persönliche Erfahrung des Einzelnen wie durch die Dokumentation des Gesamtverlaufes aus.

www.virtual-genesis.net

Alexander Schubert - Concept, Room, Artistic Head
Heinrich Horwitz - Dramaturgy, artistic assistance
Carl Hofmann - Video, artistic assistance
Performers - Yana Eva Thönnes, Carola Schaal, Max Pross, Fabian Oehl
Set Design - Lisa Clemen, Juliette Krauss, Julian Sippel
Jacob Sello - Arm Interface
Luca Befera - Transcription and ethnographic protocol

Fight Songs / Popebama

In the far future of humanity, bio-engineers detain Earth’s last remaining humans, studying their abilities and pleasures to perfect „the simulation.“ Set amidst a post-apocalyptic American-football-field-turned-laboratory, where machinery sounds and stifling darkness prevail, a ghostly marching band, unsettling cheerleaders, and handful of earthly subjects, wage an epic battle for the future of humanity. Enticed by beauty and fraught with danger, the overwhelming presence of something larger is at-play.


Project curated by Popebama (Dennis Sullivan and Erin Rogers) with Decoder Ensemble
Choreography + Light: Heinrich Horwitz

Wolfsgesänge

Ein Stück von Sarah Nemtsov, für Cello, Zuspielungen und Video
Video Arbeiten von Heinrich Horwitz + Rosa Wernecke


2019

RED

Die weibliche Menstruation ist in RED als Metapher für verborgenen Schmerz zu verstehen – und zwar gender-, kultur- und generationsübergreifend. RED ist demnach nicht nur für oder über Frauen geschrieben, sondern meint viel(e) mehr. Vielleicht ein Appell zu Empathie – Empathie im Sinne der Anerkennung des Anderen und der Anerkennung des (anderen und eigenen) Schmerzes.

Durch den Schmerz gehen – und dadurch stärker werden. Resilienz. Kraft. Mut.
RED will somit zugleich aufmerksam, empfindsam machen und zum Empowerment beitragen.

Ein Stück von Sarah Nemtsov, Heinrich Horwitz, Carola Schaal, Sonja Lena Schmid.
Video: David Campesino und Javier Sobremazas


HAW Workshop „Wie kommen wir zusammen?“

Die Veranstaltung trägt den Titel "Wie kommen wir zusammen...?" Wie kommen sie tatsächlich zusammen: die neuen Techniken, die kreativen Konzepte, vor allem aber die Menschen, welche sich mit Experimentierfreude und Abenteuerlust auf völlig neue Bahnen und Wege wagen. Und dies, wenn es um zeitgenössische Musik und Performance in Verbindung mit interaktiven Darstellungsformen geht, beispielsweise Videokunst oder Sound Design. Zentraler Mittelpunkt ist für Ausführende wie Workshop-Teilnehmer die Auseinandersetzung mit dem Raum, dem Produktionslabor der Medientechnik.

WIE KOMMEN WIR ZUSAMMEN...?
Es ging drei Tage lang um einen kreativen und kontroversen Diskurs und einen praktischen Erfahrungsaustausch mit der Klarinettistin, Sängerin und Performerin Carola Schaal, der Musikerin Sonja Lena Schmid, dem Komponisten Alexander Schubert (alle drei Mitglieder im Ensemble für aktuelle Musik "Decoder"), der Regisseur*in, Choreograf*in und Schauspieler*in Henrich Horwitz, dem Sound Designer Maximiliano Estudies und dem Komponisten Pedro González Fernández.

Carola Schaal - Performance - Bassklarinette/Stimme/Exercise/Vortrag

Heinrich Horwitz - Choreografie - Vortrag/Exercise

Maximiliano Estudies - Sound Design - Vortrag/Exercise

Prof. Alexander Schubert - Komponist - Silent Posts

Pedro González Fernández - Komponist - Silent Posts

Sonja Lena Schmid - Cello - Silent Posts
Text: Prof. Wolfgang Willaschek

2018

Entitäten

Unterdeck / Elbphilharmonie / Decoder Ensemble

Entität beschreibt das Seiende, das Existierende eines Dinges, das Wesen eines Gegenstandes, das für dessen Identität notwendiges Element. Die Entität findet statt, sie ist eine Ganzheit, sie braucht weder einen Namen, noch ein Etikett um sich abzugrenzen oder sichtbar zu sein. Sie kann eine vage Idee sein oder eine konkrete Vorstellung.
Wir begeben uns auf die Suche nach Entitäten der Musiker*innen, der Zuschauer*innen, der Rezeption und des Ortes. Dabei stehen die Instrumente, die Architektur, die Körper und auch die Musik, der Ausdruck, die Hingabe gleichermaßen im Zentrum der Recherche. Die Heterogenität der Entitäten ist dabei kein Hindernis, sondern im Gegenteil der Versuch diese sichtbar zu machen ist das Ziel des Abends. Die Arbeit liegt in dem erproben sich in der Diversität begegnen zu können.

Der Abend ist musikalisch und körperlich von Leopold Hurt, Andrej Koroliov, Sonja Lena Schmid, Carola Schaal, Alexander Schubert, Jonathan Shapiro und Heinrich Horwitz inszeniert und umgesetzt.
Wir zeigen in der Zusammenkunft für diesen Abend neu entstandene Arbeiten, sowie die Kompositionen Logbuch 1+3 von Leopold Hurt, LoveSongs von Andrej Koroliov, Courante von Pedro González Fernández und Contrapunctus 1+2+3+11+14 von Johann Sebastian Bach. Oliver Sauer aka Ronny ist als Gast dabei.

Decoder-Ensemble & Heinrich Horwitz

as guests:

Oliver Sauer aka Ronny

Kompositionen von Leopold Hurt, Andrej Koroliov, Johann Sebastian Bach und Pedro González Fernández


Bonny Crude

Bonny Crude (2018 - ongoing)
Klangwerkstatt Berlin / HAW Hamburg / Tempo Reale Florenz

Bonny Crude is an ongoing concert project including fixed compositions, media, body work/dance, the venue itself, staged intermissions, a fully staged program and the audience. The participation of the spectator is embodied in the position of their chairs, their gaze, their presence, how they move and behave, how they fill up the room – the contact varies between far away through the eyes and a close contact with Bonny Crude. The Performer Carola Schaal is reacting on the mood in the room, is transforming the performance relating to the specific kind of gazes, bodies and presence of the audience. The aspect of ongoing means that single pieces might be replaced with other pieces or premieres etc.
It also means that the program is constantly morphing, developing, reacting on the
circumstances, the situation around us. In this case Bonny Crude is a political piece, because of the in written chance of flexibility.

Carola Schaal - Klarinette / Stimme / Performance
Heinrich Horwitz - Choreographie / Lichtdesign
Maximiliano Estudies – Klangregie


Control

Ultima Festival Oslo

CONTROL is a participative installation dealing with topics of control, intimacy and virtuality. In a VR-like setting the audience moves through different stages in an empty building while using first-person-perspective surveillance technology to experience the setting both in a virtual and an immersive context. Through the use of wireless video-cameras the audience is put into positions of control and obedience. The resulting setup has qualities of a VR-world, a computer game and a hierarchical organization. The audience has to decide how to communicate with one-another and how to react to the scenery. It evokes as opposing reactions as togetherness, intimacy, fear, hierarchy, humor, confusion and excitement. The experiment-like setting allows for a rich palette of human interaction and depicts social and technological aspects of an artificial and systematized world.

Alexander Schubert: Artistic Director / Performance / Choreography / Composition

Carl-John Hoffmann: Wireless Video & Audio

Heinrich Horwitz: Choreography Coach/ Dramaturgy

Donny Karsadi: Tech Assistant

Adrian Schmidt: Documentation

Charlotte Bösling: Short Film Clips

PERFORMERS
Decoder: Carola Schaal, Sonja Lena Schmid, Jonathan Shapiro, Leopold Hurt, Andrej Koroliov

Guests: Rica Zinn, Pedro González Fernández, Trinh Hue Luong, Jana De Troyer, Eirini Aravidou, Anastasia Lakka-Boni, Daniel Müller, Panagiotis Botzios, Orestis Papaioannou, Arian Robinson, Joni Asitashvili, Harald Jordal Johannessen, Vilja Kwasny

Dokumentation:

Stream:
http://control.alexanderschubert.net/


I AM SHAKESPEARE

Bunker an der Feldstraße / Bühnenstudio Hamburg

"Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, und unser kleines Leben ist von einem Schlaf umringt.“
(Der Sturm, William Shakespeare, 1611)

Die Frage nach der eigenen Identität findet sich in den meisten Stücken Shakespeares wieder. Zumeist als eine Bürde, unter deren Gewicht die Figuren und deren Welt zu zerbersten drohen. Nichts Irdisches scheint Linderung bringen zu können und so bleibt die Verwandlung einziger Ausweg. Die Transformation. Im Tod oder auf scheinbar endlosen Irrwegen durch Wälder, Meere, Stürme, Schlachtfelder, hinein in etwas Fremdes, Zauberhaftes. Eine neue Welt, ein neues Ich.

In I AM SHAKESPEARE hinterfragen die Schauspielstudierenden gemeinsam mit Regisseurin M. Heinrich Horwitz dieses alte und neue ICH. Wer bin ich, wer war ich und wer werde ich sein? Wir begeben uns auf die Suche nach den Möglichkeiten von Veränderung, von Wandlung, von Zugehörigkeiten und wagen den Versuch den historischen Zugriff der Shakespeare Texte auf die Zukunft anzuwenden.

„Die Zukunft muss noch einmal aufgeknackt werden – und unsere Horizonte werden frei für die unbegrenzten Möglichkeiten des Außen.“ (#Beschleunigungsmanifest für eine Akzelerationistische Politik)

Es spielen: Barbara Baumann, Nicole Berg, Leona Bommer, Merve Cakir, Murat Demir, Eugen Elberg, Lena Jensen, Nico Lüdemann, Chiara Lüssow, Maischa Pingel, Jonathan Steinbiss, Lucie Trittermann
Regie + Bühne: M. Heinrich Horwitz
Dramaturgie: Katrin Pollitt
Bühne + Kostüm: Lulu MacDonald
Technische Assistenz: Stephen Heß
Produktion: Theater Orange // Peter Ohrt

Trailer:


2017

Der Ritt der Walküren zur Abschaffung der Femnismus

Oper Halle/Ballett Rosse
Die Walküren als Amazonen, als Revoluzzer, als Todesengel, als Gegenentwurf zur netten, passiven, bescheidenen, unterwürfigen, verschreckten Hausfrau, Mutter oder Tochter. In der achten Ausgabe des KUNSTWERKS DER ZUKUNFT lässt Heinrich Horwitz die Walküren in die Kaufhäuser einreiten, um dem auf Konsum beruhenden sexy Feminismus den Kampf anzusagen. Gemeinsam mit acht Tänzerinnen und Tänzern des Balletts Rossa begibt sie sich auf das Schlachtfeld popkultureller Träume, auf die ein subversiver Feminismus gegen seine neoliberale Vereinnahmung prallt.
https://buehnen-halle.de/das_kunstwerk_der_zukunft_8

Regie/Konzept: Heinrich Horwitz
Mit: Heinrich Horwitz, Laura Busquets Garro, Dalier Burchanow, Emma Louise Harrington, Yuliya Gerbyna, Naomi Uji, Ayana Kamemoto, Margherita Sabbadini Enno Kleinehanding und Tucké Royal
Regieassistenz: Marlene Pawlak
Künstlerische Projektleitung: Michael v. zur Mühlen


RUBIKON

Bühnenstudio Hamburg / Bunker an der Feldstraße

„Das Leben in dieser Gesellschaft ist ein Stumpfsinn, kein Aspekt der Gesellschaft vermag die Frau zu interessieren, daher bleibt den aufgeklärten, verantwortungsvollen und sensationsgierigen Frauen nichts anderes übrig, als die Regierung zu stürzen, das Geldsystem abzuschaffen, die umfassende Autonomie einzuführen und das männliche Geschlecht zu vernichten“ (Valerie Solanes)

Die Welt wie wir sie kannten existiert nicht mehr. Naturkatastrophen, Kriege und Seuchen forderten mehrere Milliarden Opfer. Die wenigen, die sich retten konnten, leben in ärmlichsten Verhältnissen und kämpfen um ihr Überleben.
Als absehbar wurde, dass die alte Ordnung und damit die sogenannte zivilisierte Welt zusammenbricht, haben die deutschen Frauen, nachdem sie sich an die Macht geputscht haben, drastische Maßnahmen ergriffen. Da sie das Männliche als Grund allen Übels erkannt hatten, wurden alle Männer getötet, weil ihre bloße Existenz einen Rückfall in kriegerische und unterdrückende Verhaltensmuster erwarten ließ.
Das Staatsgebiet wird ummauert, aus Deutschland wird Teutonica.

Diese neue Frauenwelt ist gänzlich abgeschottet. Kommunikation nach außen wird schwerstens geahndet, wer sich der herrschenden Staatsdoktrin entgegenstellt, wird augenblicklich des Landes verwiesen und somit seinem Schicksal überlassen.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten totaler Isolation wächst in der Bevölkerung der Unmut. Unter den Bürgerinnen der zweiten Generation regt sich unüberhörbar der Wunsch nach Veränderung. Das Bedürfnis die Prinzipien des Frauenstaates zu hinterfragen und die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung ohne staatliche Aufsicht und Regulierung sind nicht mehr aufzuhalten. Sie träumen von einer Welt ohne soziale Unterschiede und von einem Leben in dem Gefühle und Begehren sich frei entfalten. Ein junges Mädchen: “Die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind sicher gegeben - doch haben unsere Vorfahren vielleicht eine Mauer zwischen die Geschlechter gebaut?”


#aspresentaspossible

Elbphilharmonie Hamburg / Decoder Ensemble / Brigitta Muntendorf

#AsPresentAsPossible – an homage to the “Bang”! With a glimpse from the Elbphilharmonie, the Decoder Ensemble and Brigitta Muntendorf invite all to a transmedia happening, where the significance of corporal presence intertwines with concepts of physical and virtual existence in the events occupying all areas of the concert room. With the music of Michael Beil, Jessie Marino, Brigitta Muntendorf (WP), Fat Boy Slim, Josh Spear and interludes drawing upon the Youtube/street musicians “Too Many Zooz”, #AsPresentAsPossible is constantly exploring the space between music, theater, and video amidst real and virtual “thereness”. Through the collaboration with the choreographer Heinrich Horwitz, one witnesses how the Decoder Ensemble encounters a new side of performance culture. Here, physicality and reality, and the perception of those, confronts the musical interpretation. How present can we, and do we want to be? When do we transcend into presence through the very mediums that should make us invisible?


2016

ICH

Inkonst / Malmö
A techno performance about the moment of change
Peek into the void of the unknown. What do you see? You know that the possibility of a new understanding, a new way of looking and thinking, is appearing through questioning and inventing a new language.

In her brand new performance that has its world premiere at Inkonst, german director Miriam Horwitz is on the hunt for the moment when we experience something that makes us completely change our perception of the world and the reality. This moment is called “metanoia” – the experience of a psychotic breakdown and the following positive psychological rebuild or healing.

Together with a dancer and an actor she uses the short-story “ICH” by Arthur Schnitzler as a point of departure. The story is about a man who becomes obsessed with describing everything around him in detail by putting notes on objects. But no note can ever be satisfying enough – the word apple gives the image of a fruit, but all apples look slightly different, smells and tastes slightly different…

Using Schnitzler’s text as a starting point, as well as the theatre and theatrical possibilities in changing characters, interchangable scenes, new realities, new human beings, and new ways of looking at the world she aim to experience identity, the world around us and ourself in different ways. The challange is to change perspective.

Dokumentation:


Trailer:

http://inkonst.com/en/event/miriam-horwitz-ich-2/


2014

Ich befürchte jetzt kennen wir uns

Theater und Orchester Heidelberg
Teil des ETC Projekts The Art of Aging

Ivana verlässt Filip. Die Beziehung ist an Filips Unvermögen gescheitert, Ivanas Wunsch nach einer gemeinsamen Geschichte zu erfüllen. Weder kann er sich an denkwürdige Momente wie das erste Liebesbekenntnis von Ivana erinnern, noch ist er dazu bereit, die Erinnerung wiederherzustellen oder fortzuführen. Selbst im Moment der Trennung verweigert Filip eine angemessene Reaktion auf Ivanas Trennungswunsch. Das kann sie nicht hinnehmen und kommt immer wieder zurück zu ihm, um ein gerechtes Ende einzufordern. Ein subtiles Spiel über das Bedürfnis, sich in der Geschichte zu verorten.

Der kroatische Autor Ivor Martinić und die deutsche Regisseurin Heinrich Horwitz recherchieren gemeinsam über die Beziehungen zwischen den Generationen in ihren Ländern und deren Erinnerungen und entwickeln daraus eine deutsche und eine kroatische Inszenierung. Beide Aufführungen werden in der Spielzeit 2014|15 in Heidelberg und Zagreb zu sehen sein.

https://www.theaterheidelberg.de/produktion/ich-befuerchte-jetzt-kennen-wir-uns/

As part of the European Theatre Convention and the Project The Art of Aging.

The Art of Ageing ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt der European Theatre Convention (ETC), in dem acht Theater aus Deutschland, Rumänien, Kroatien und der Slowakei miteinander in bilateralen Partnerschaften kooperieren. Mit Autoren, Regisseuren und Schauspielern begeben sie sich auf eine künstlerische Recherchereise nach neuen Formaten eines grenzüberschreitenden dokumentarischen Theatermachens für ein generationsübergreifendes Publikum. Aus der Recherche entstehen neue europäische Theaterstücke und Inszenierungen, die sich mit Perspektiven unserer alternden Gesellschaft beschäftigen – soziologisch, ökonomisch, philosophisch, historisch und politisch. Patronin des Projekts ist die berühmte libanesische Schriftstellerin Etel Adnan. Für The Art of Ageing kooperiert das Theater und Orchester Heidelberg mit dem kroatischen Gavella Drama Theater aus Zagreb.


Palais idéal

Horwitz & Hess / Inkonst Malmö / Sweden + 2015 Tanztage Sophiensaele
prämiert mit dem Badenwürtembergischen Tanz - und Theaterpreis

Foucault beschreibt den menschlichen Körper als einen erbarmungslosen Ort ohne Rücksicht. Horwitz & Hess suchen nach Wegen diesen verdammten Körper zu überwinden. An seiner Stelle suggerieren sie einen Körper der zwischen Traum und Realität, unterschiedlichen Zeiten und Räumen fluktuieren kann: grenzenlose und körperlose Körper. Sie suggerieren einen Körper, der zwischen Traum und Realität, unterschied- lichen Zeiten und Räumen fluktuieren kann: Grenzenlose und körperlose Körper.

Immer wieder formen sie neue Körper, die sich ihrer Umgebung anpassen oder denen sich die Umgebung anpasst. Mit Hilfe von alltäglichen Gegen- ständen, Bühnenmitteln und Licht erschaffen Horwitz & Hess einen Raum, in dem sie selbst, aber auch die ZuschauerInnen den gängigen Wahr- nehmungsgewohnheiten beraubt werden. Es entsteht die Basis eines anderen Zusammenkommens und ein neuer Zugang jenseits von Sprache, der einen vielfältigen Blick auf den Körper, die Sprache und das Zusammenleben ermöglicht.

Dokumentation (Sophiensaele) :
http://www.tanzforumberlin.de/produktion/palais-ideal/

Horwitz & Hess sind M Heinrich Horwitz, Theaterregisseur*in, CHoreograf*in und Schauspieler*in, und Anne-Mareike Hess, Choreografin und Tänzerin. Die beiden Künstler*innen arbeiten seit 2009 in verschiedenen Konstellationen zusammen. Ihre Zusammenarbeit kennzeichnet sich durch ihr gemeinsames Interesse am Theater, als ein Ort, an dem durch Körper und Sprache Utopien realisiert und erfahrbar gemacht werden können.


X - Freunde

Theater Rampe / Stuttgart / Regie: Marie Bues

Die Welt der Kreativen ist verheißungsvoll. Nichts weniger als die Einheit von Leben und Arbeit verspricht sie. Bereit sein ist alles. Das gilt für den Künstler genau wie für die Unternehmensberaterin und den Koch. Die drei sind in Bestform: Bildhauer Peter Pilz’ letzte Skulptur in seiner Serie „X-Freunde“ wird auf dem Kunstmarkt bereits hoch gehandelt – und das noch vor ihrer Entstehung. Anne Holz macht Schluss mit allen Abhängigkeiten und Arbeitnehmerfrustrationen. Mit „Private Aid“, ihrer eigenen Agentur, macht sie sich selbstständig. Ihr Ehemann, der ehemalige Erfolgscaterer Holger Holz lässt sich vom unternehmerischen Scheitern keineswegs aus dem Tritt bringen. Er bemüht sich mit aller Kraft um die Rettung seines Beziehungslebens. Aber kein Stress, wenn der Druck für die „Generation Beißschiene“ langsam an die Substanz geht, hilft: Neustart, Biertrinken, Urlaub … Felicia Zellers Text ist Workout und sprachliches Multitasking. Mit bösem Witz arbeitet sie sich an den Selbstverwirklichungsstrategien jener ab, die aus ihrem Leben ein Projekt gemacht haben.

https://theaterrampe.de/stuecke/x-freunde-2/

Trailer:


2013

Yukonstyle

Whitehorse, eine Kleinstadt am Yukon im hohen Norden Kanadas. Tiefer Winter bei minus fünfundvierzig Grad. Kate ist 17, schwanger und von zu Hause abgehauen. Ohne einen konkreten Plan, wo sie eigentlich hin will, trampt sie durchs Land. Die Japanerin und Wahl-Kanadierin Yuko nimmt das vollkommen unterkühlte Mädchen schließlich mit in ihre WG. Dort lebt außerdem Garin. Als Halbindianer trägt er sichtbar etwas von seiner Mutter in sich, aber kennengelernt hat er sie nie, und ist auf der Suche nach ihr. Ohne große Hoffnung. Sein Vater lebt in seiner eigenen Welt und malträtiert seine alternde Gesundheit mit der Gin-Flasche.
Die kanadische Autorin Sarah Berthiaume zeichnet das schwarzhumorige Porträt dreier junger Außenseiter mit komplizierter Vergangenheit. Ein Selbstfindungstrip im rauen Norden voller Melancholie und Poesie, der sie am Ende sich selbst und einander näher bringt. Yukonstyle wird 2013 gleichzeitig im Théâtre d’Aujourd’hui in Montreal und im französischen Nationaltheater Théâtre de la Colline in Paris uraufgeführt.

Regie und Bühne Heinrich Horwitz
Kostüme Maren Steinebel
Dramaturgie Sonja Walter
Yuko / Goldie Elena Nyffeler
Garin Fabian Oehl
Dad's Marcus Calvin
Kate Josepha Grünberg

2010

„Ich bin der Herr. Ich bin ein Mensch. Ich bin Christus“

„Ich bin Gott und Stier. Ich bin Apis. Ich bin ein Ägypter. Ich bin ein Hindu. Ich bin ein Indianer. Ich bin ein Neger, ich bin ein Chinese, ich bin ein Japaner. Ich bin ein Fremdling, ein Ausländer. Ich bin ein Seevogel. Ich bin ein Erdvogel. Ich bin Tolstois Baum. Ich bin Tolstois Wurzeln. Tolstoi ist mein. Ich bin sein.“
Menschen bewegen sich gerne in Kulissen. Die Kulisse der Alten Messe frisst die Menschen auf. Die Architektur kann sie verschlingen. An diesem Ort prallen verschiedene Zeiten, Menschen und Geschichten aufeinander, die in der Lage sind uns zu verfolgen, wenn wir uns in ihre Zusammenhänge begeben. Die Suche nach einer Sprache muss vollkommen neu beginnen. Der Körper muss versuchen sich in diesen neuen Zusammenhängen zu bewegen.
Nijinsky ist ein Tänzer. Nijinsky ist ein Geisteskranker. Nijinsky versucht sich überall zu sehen. Nijinskys Tagebücher sind wieder eine andere Architektur, eine andere Sprache, eine andere Zeit. Wir versuchen den Geisteskranken Nijinsky, in seiner inneren Logik zu verstehen, in dem wir uns in einen Raum begeben, der vollkommen haltlos ist. Der langsam in sich zusammen fällt. Der keinen Fokus mehr und trotzdem in sich selbst auch eine innere Logik, einen inneren Zusammenhalt hat. Die Welten, in die wir uns begeben, grenzen sich von einer scheinbaren, alltäglichen Realität ab und finden keinen Zugang mehr zu ihr.
Die Architektur wird zum Spiegel einer Geisteskrankheit.
Der Versuch gilt dem anderen Sprechen.
„Ich will der Reklame wegen mit Nijinsky unterschreiben, aber meine Name ist Gott. Ich bin Nijinsky. Nijinsky das bin ich.“

Ein Film von Heinrich Horwitz und Daniel Hengst
Performer*innen: Claire Vivianne Sobottke, Paul Matzke


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