Tabori Preis 2023

2023

„Ich bin dafür zuständig, die Welt zu verändern.“ von Christine Wahl
Tabori © Dorothea Tuch

George Tabori Preis 2023 - Rede

“Hallo – ich bin Heinrich Horwitz – wie ja alle jetzt wahrscheinlich wissen, ich wollte den Namen aber nochmal aussprechen, weil heute Internationaler Tage gegen Homo – Bi – Inter und Transfeindlichkeit ist. Und ich für diesen Namen lange gekämpft habe und heute ist ein Tag, an dem ich nochmal Wirklichkeit werde.

Mir wird heute dieser Preis verliehen. Wie auch alle bereits wissen, aber auch das muss ich nochmal aussprechen. Dafür Danke:
Allen voran meinem inner Team, meinen Freund*innen, meiner Wahlfamilie – Rosa Wernecke, Magdalena Emmerig und Annett Hardegen – was für wundervolle Jahre mit Euch. Danke an Jchj V. Dussel für diese Worte aber auch die vielen andere Worte, die Du dieser Welt bereits geschenkt hast.

Dank an die Räume und Gruppen, die Menschen die mir und uns wohl gesonnen begegnen, die nicht nur künstlerische, sondern darin auch politische Arbeit leisten, keine Angst haben, an Systemen zu rütteln, und das mit Freude, Freundlichkeit, Zugewandtheit und Feingefühl tun. Dank an die Vielen, an meine ActOut Siblings, Ja. Und Dank natürlich dem Fonds DaKu, für diese Anerkennung hier, und für die Unterstützung so vieler – nicht nur meiner eigener – diverser, großartiger Projekte in den letzten Jahren, Holger Bergmann, Hallo! Ich denke, ihr seid alle so wichtig, wir, wenn im Zusammenspiel. Danke.

George Tabori war neben vielem anderen (jüdischer) Spielmacher par excellence, das Spiel, die Verwandlung liebend, was ein Vermächtnis, ich fühle mich geehrt in seinem Namen bepreist zu werden. Das Spiel ist

Lebenskonzept, als Wirklichkeit, die Transition, das Befragen.
Was es auch bedeutet, was mich besonders rührt, ist, dass durch mich als Platzhalter*in heute mehr sichtbar wird, als bloß unsere Arbeit, unser Aktivismus.

Sichtbar wird heute die Arbeit vieler Menschen, queerer Stimmen in der Theater Wahlfamilie. Der Preis geht also auch an Vergeschwisterung. Bündnisse. Allianzen. Freund*innen. An Banden schmieden, gegenseitige Unterstützung, Fähigkeiten/Talente teilen, füreinander einstehen, auch über die Projekte hinaus, in liebevollere Räume zu investieren, in pflegliche Beziehungen, uns und damit das Netz stärkend, das unsere Kunst und damit unsere Körper nährt und das in, nunja, turbulenten Zeiten. Ich verstehe diesen Preis und unser aller Arbeit daher als Ansporn zur Zuwendung, als Aufgabe – nicht aufzugeben. Lasst uns weiter gemeinsam verausgaben. Weiterzumachen! WEITERMACHEN!

In diesem Sinne jetzt die schamlose Einladung: Am 16. Juni zeigen wir Flipper unsere neue Arbeit im Ballhaus Ost, und deshalb auch ein riesigen Dank in die Pappelallee an Tina, Anne, Daniel, Björn, Fabian, Gilda und Eure Zauberteam.

Ich wünsche mir, dass alle Spielmacher*innen sein könnten, dass sie ihre probeweise erarbeiteten Ichs auf den Schultern tragen, sich in zart webende Wirs wagen. Mehr heilende Momente teilen, durch die Erfahrung von queerer Familie, die Generationen, die kommen und waren und sind, bereichern.
Dieser Preis gilt allen Siblings, allen Queers und allen Spielmacher*innen… euch, uns, einander”

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